Softshell oder Hardshell

Wie unterscheiden sich Softshell und Hardshell?

Wärend es früher für Regenbekleidung nur Hardshelltextilien gab, die je nach Atmungsaktivität mehr oder weniger Regendicht waren, kamen in den vergangenen zwei Jahrzehnten vermehrt Softshelltextilien auf den Markt. Ihr Vorteil ist eine wesentlich höhere Atmungsaktivität, die aber mit einer geringeren wasserdichte erkauft wird.

Wie kommen diese Unterschiede zu Stande und welches Konzept ist das bessere?


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Hardshell
In den Anfängen der Regenbekleidung wurde wind- und wasserdichte erreicht, indem man Leinen mit Leinöl präparierte, und so das sogenannte Ölzeug herstellte. Zum Einsatz kam es in der Seefahrt oder bei anderen Berufen, die stark dem Wetter ausgesetzt waren.

Dieses Ölzeug war schwer, wenig flexibel und es fehlte die Atmungsaktivität, so das man bei schon leichter körperlicher Anstrengung oft im eigenen Saft stand.

Die moderne Chemie machte es dann möglich, Stoffe mit semipermeablen Membranen zu Verbinden, und diese Trägerstoffe durch die Membran wasserdicht abzudichten.

Bei diesem heutigen Verfahren wird auf die Innenseite eines stabilen Trägerstoffes, zB. atmungsaktivem Microfiber, eine semipermeable Membran auflaminiert, die Wasserdampf in eine Richtung durchlässt, damit eine gewisse Atmungsaktivität ermöglicht, die wesentlich größeren Regentropfen in die andere Richtung jedoch nicht passieren lässt.

Man unterscheidet zwichen 2, 2,5 und 3 Lagen Laminaten:

  • 2-lagig bedeutet das auf dem Stoff für die Außenseite von Innen eine Membran auflaminiert wird. So entsteht ein 2-lagiger Stoff, bei dem die Innere laminierte Seite oft durch ein loses Mesh Futter gegen Abrieb geschützt wird.
  • 3-lagig bedeutet das auf die Innere laminierte Seite des Stoffes ein die Membran schützendes Futter fest aufgebracht wird und auf diese Art drei fest miteinander verbundene Lagen entstehen.
  • 2,5-lagig bedeutet das Innen kein Futter im eigentlichen Sinne aufgebracht wird, sondern lediglich eine dünne die Membran gegen Abrieb schützende Schicht.

Hardshelltextilien sind bei jedem Wetter absolut wind- und wasserdicht, die Atmungsaktivität wird jedoch durch die Dichte der Membran und die Außentemperatur begrenzt, so das man bei starker körperlicher Anstrengung dann doch oft von Innen naß wird.

Hardshelltextilien übernehmen keine wärmende Funktion, dafür sind die unteren Kleidungsschichten zuständig. Da Hardshelltextilien immer zum Überziehen sind, sind sie oft weit geschnitten.

Ein weiteres Merkmal der Hardshelltextilien ist das diese oft knittern und rascheln.

Softshell
Softshelltextilien wurden entwickelt, da man zu der Erkenntnis kam, das eine 100%ige wasserdichte gar nicht so oft benötigt wird, da nicht jeder Regen ein Starkregen ist. Oft jedoch eine höhere Atmungsaktivität wünschenswert ist, vor allem bei starker Körperlicher Anstrengung.

Bei Softshelltextilien kommt daher eine stark gestreckte Membran zum Einsatz, die wesentlich mehr Wasserdampf nach Außen passieren lassen kann. Diese höhere Atmungsaktivität wird jedoch mit einer geringeren wasserdichte erkauft. Diese gestreckte Membarn wird in der Regel auf weiche elastische und wärmende Stoffe laminiert.

Mit Softshelltextilien lassen sich wesentlich leichter Körperbetonte eng anliegende Schnitte realisieren. So können Softshelltextilien bei 90% aller Wetterbedingungen in einem die Funktion der Äußeren wind- und wasserabweisenden Schicht und der darunter liegenden den Körper wärmenden Kleidungsschicht übernehmen.



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